März/April 2011 | Megatrends wie CITYSUMERS zu kennen (siehe unser Trend Briefing des Vormonats) ist unabdingbar, aber für Unternehmen entscheidet sich alles mit deren Umsetzung. Deshalb sollten Sie einfach umsetzbare Konsumtrends wie RANDOM ACTS OF KINDNESS (R.A.K., ZUFÄLLIGE GUTE TATEN) in den kommenden Monaten fest im Auge behalten.

Nachdem R.A.K. bereits prominent in unseren 11 WICHTIGSTEN KONSUMTRENDS FÜR 2011 vertreten war, kommt hier nun ein umfassendes Briefing, warum R.A.K. die Erfolgsstrategie für 2011 sein werden. Doch zuerst unsere Definition:
RANDOM ACTS OF KINDNESS | Konsumenten sind schon lange an unflexible, unpersönliche und vor allem eigennützig handelnde Unternehmen gewöhnt (und von ihnen genervt), weshalb sie von Markenseite jede Form von echter Empathie dankbar aufnehmen werden. Ein vermehrt offener Austausch sowohl mit als auch zwischen Konsumenten (insbesondere online) bedeutet, dass es nie einfacher war, das Publikum mit R.A.K. zu überraschen und glücklich zu machen: sei es durch kleine Geschenke, eine Antwort auf eine öffentlich geäußerte Stimmung, oder einfach dadurch, dass Marken zeigen, dass Ihnen die Konsumenten wirklich wichtig sind*.
* Eines muss vollkommen klar sein: bei R.A.K. geht es nicht darum, Konsumenten für Tweets / Likes eines Produkt zu belohnen, und auch nicht darum, eine große Anzahl von Gratis-Samples zu verteilen (was eher FREE LOVE (LIEBE FÜR LAU) entsprechen würde), sondern um einzelne, zufällig gewählte gute Taten ;-)
Für R.A.K. ist jetzt der ideale Zeitpunkt:
Die drei treibenden Kräfte hinter R.A.K. im Detail:
R.A.K. finden besondere Resonanz bei den zahlreichen Vertretern der GENERATION G (G für Großzügigkeit, nicht Geiz). Sie haben genug von aufgeblasenen, arroganten und weltfremden Institutionen und erwarten von Unternehmen eine sozial, ethisch und ökologisch verantwortungsvolle Einstellung:
Wo ist die Verbindung zu R.A.K.? Die veralteten Prioritätsmodelle und die formelhafte Kommunikation vieler Unternehmen lassen die Mitglieder der GENERATION G kalt. Sich mitzuteilen, gemeinsam Neues auf die Beine zu stellen und fortwährender Austausch und Zusammenarbeit ist für viele ein ‚Way of Life’ (sowohl on- wie offline). Die Menschen wünschen sich und erwarten authentische, freundliche Kommunikation auf Augenhöhe. Und ja, das bezieht sich eben auch auf die Kommunikation mit Marken.
R.A.K. erreichen diejenigen Konsumenten, die sich ‚menschliche’ Marken wünschen. Marken, die sich nicht nur aus Großzügigkeit handeln, sondern auch echtes Mitgefühl, Menschlichkeit, oder einfach Charakter zeigen.
Heute machen mehr Menschen als je zuvor bewusst persönliche Informationen als je zuvor öffentlich: über ihr Leben, ihre Stimmungen und Aufenthaltsorte (sei es auf Facebook, Twitter, Foursquare, GetGlue, oder über jede andere Social App). Hier sind ein paar Zahlen:
All diese persönlichen Daten machen es für Marken immer einfacher zu wissen, was im Leben der Konsumenten wirklich passiert (sowohl die guten wie die schlechten Dinge!).
Tatsächlich war es für Marken nie einfacher, direkt zuzuhören und auf innovative oder sogar personalisierte Art und Weise auf die Bedürfnisse und Wünsche von potentiellen Kunden einzugehen. Viele Daten sind zudem in Echtzeit verfügbar, und Marken können genau in den Momenten mit den Konsumenten interagieren, wenn eine Lösung gebraucht wird. Somit werden R.A.K. hochrelevant, und werden zudem viel besser aufgenommen.
Eines der besten Beispiele ist der britische Kosmetikhersteller BioTherm Beauty, der Gratisprodukte an ausgewählte User verteilt, die auf Twitter erwähnen, wie müde sie aussehen. (Mehr ZUFÄLLIGE GUTE TWEETS) findest du in den ‚Beispielen’ dieses Briefings.)
* Zur Erinnerung: R.A.K. sind lediglich eine Möglichkeit, wie Marken persönliche Daten auf spaßbringende Art und Weise verwenden und das Leben ihrer Konsumenten einfacher machen können. Das bedeutet aber auf keinen Fall, dass die ständige Verfügbarkeit persönlicher Daten für den Einzelnen, die Gesellschaft und Unternehmen bis auf ein paar unterhaltsame Marketing-Aktionen ohne größere Folgen bleiben wird. Im großen Kontext verursacht sie auch, dass:
Wir sollten nicht vergessen, dass Marken schon immer in der Lage waren, R.A.K. anzubieten — sei es informell oder im Falle von großen Marken über breite Werbekampagnen. Heute ist eine R.A.K.-Strategie kosteneffizient für alle Marken denkbar, denn der ‚WEITERSAGEN’-Effekt garantiert, dass die vielen R.A.K.-Empfänger ihre Erfahrungen mit einem weitaus größeren Publikum teilen werden.
Anstelle seine Freunde und Bekannte anzurufen oder sie sogar persönlich zu treffen (viel zu umständlich!), ist es heute über soziale Netzwerke möglich, Informationen mit einem simplen Klick für eine große Anzahl von Leuten bereitzustellen — und das ohne jemanden zu unterbrechen oder zu stören. Noch eine letzte Statistik:
Aus der Explosion sowohl der Online-Inhalte wie auch der Reichweite der Verbindungen ergeben sich für Marken riesige Chancen, interessante, bedeutungsvolle und unterhaltsame Momente zu schaffe, die bei den Menschen lange Thema bleiben wird. Es bedeutet auch, dass eine einzelne R.A.K. anstelle nur des ursprünglichen Empfängers tausende, wenn nicht zehntausende Menschen erreichen kann.
R.A.K. können unerwartete Freude bereiten und das Image einer Marke erheblich verbessern, wenn sie denn richtig gemacht sind. Schlecht durchgeführte R.A.K. werden dagegen (wenn es gut läuft) kaum Eindruck hinterlassen oder können die Konsumenten sogar verärgern. Hier sind ein paar Tipps, wie es ein Erfolg wird:
Authentisch sein. R.A.K. sollten die Einstellung einer Marke zeigen und keine (willkommene) Abwechslung sein. Jeder unehrliche Versuch einer kaltherzigen, veraltet denkenden Marke wird auf dem transparenten Markt entlarvt werden. Die Rückmeldungen darauf werden nicht zufällig sein
Persönlich, aber nicht aufdringlich sein. Konsumenten werden R.A.K. lieben, wenn sie auf ihre individuellen Umstände oder Bedürfnisse zugeschnitten sind; gleichzeitig wollen sie aber nicht das Gefühl haben, von einer Marke überwacht zu werden. Darum sollten Marken sicherstellen, dass ihre R.A.K. immer angemessen sind. Eine warmherzige Geste zur richtigen Zeit wird wohlwollend aufgenommen werden, eine Verletzung der Privatsphäre dagegen nicht.
Mitgefühl zeigen, aber nicht übertreiben. R.A.K. von ‚menschlichen’ Marken sind eben deshalb gerne gesehen, weil sie gute Taten und keine eigennützigen Marketing-Stunts sind.
Glück teilbar machen. Geben Sie Empfängern die Möglichkeit, R.A.K. mit ihren Freunden und ihren Familie zu teilen (am besten ist es, wenn es etwas zum weitergeben gibt, wie z. B. ein Extra-Ticket oder ein Online-Video.)
Großzügig sein. Die GENERATION G schätzt alle großzügigen Marken, aber es ist besser, sich gegenüber einigen wenigen Menschen wirklich freigiebig und großzügig zu zeigen, als nett zu vielen zu sein.
Eine Bedeutung und Absicht haben. Wenn Konsumenten von Marken ermutigt werden, selbst R.A.K. zu vollbringen, und dann öffentlich dafür belohnt werden —schenkt dies ihnen eine eigene, großartige STATUS STORY .
Mitten im Leben sein. Wollen Sie Ihre Konsumenten wirklich überraschen? Dann vollbringen Sie R.A.K. direkt in deren Alltag und in Anwesenheit von Familie, Freunden und Kollegen. Die Menschen werden online über R.A.K. sprechen, aber offline wird weiterhin ein bedeutender Faktor sein.
Nicht stören, überreden oder verkaufen. Hier geht es nicht um ihre Marke, sondern um den Empfänger.
Vollbringen Sie R.A.K. nicht zu regelmäßig. Konsumenten sollten nicht beleidigt sein, wenn sie nicht in den Genuß einer R.A.K. kommen (in PERKONOMICS finden Sie Ideen, wie Sie Konsumenten weniger zufällig belohnen und erfreuen können).
Wie gewohnt hier nun eine kurze Zusammenfassung der besten R.A.K, der letzten Monate. Inklusive von Twitter inspirierten Geschenken, Offline-Überraschungen und Marken, die Konsumenten helfen, gut zu anderen zu sein:
Man sollte nicht denken, dass R.A.K. ein reiner Online-Trend ist. Hier ist eine ganze Reihe von Marken, die ihre R.A.K. direkt an den hocherfreuten Konsumenten (die ihr Glück ohne Zweifel online teilen werden ;-) vollbracht haben.
Manchmal müssen Marken einfach nur einzelnen Menschen die Möglichkeiten bieten, anderen R.A.K. angedeihen zu lassen:
Als Trend erfordern R.A.K. keinen groß angelegten Strategiewechsel, sondern lediglich die richtige Einstellung.
Durch die immer größere Menge an Daten und die Fähigkeit der Konsumenten, ihre Erfahrungen mit einer großen Gruppe zu teilen kann eine ernst gemeinte (und authentische) R.A.K.-Strategie einer ‚menschlichen' Marke helfen als weniger schwerfällig, und dafür als mitfühlender und charismatisch wahrgenommen zu werden. Für Marken ist das unbezahlbar und für alle sehr erfreulich — für Konsumenten und für Ihre Mitarbeiter.
Lernen Sie aus dem obigen Prinzip und von den Marken, die es bereits erfolgreich anwenden— und machen sie RANDOM ACTS OF KINDNESS zu einem effektiven und permanenten Teil ihrer Strategie!
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